Die Zuchtkriterien

Jedem Wurf geht eine sorgfältige Planung voraus. In den folgenden Kapiteln möchte ich Ihnen diese etwas näher bringen.
Ausgangslage:
Ich bin Züchter und habe eine ausgewiesene Zuchthündin. 
Welche Anforderungen an die Zuchttiere gestellt werden beschreibe ich in einen besonderen Kapitel 

Deckrüdenauswahl

Jeder Wurf beginnt mit dem Zusammenstellen der Verpaarung. Sehr hilfreich ist dabei das Internet, wo bereits Vorinformationen gesammelt werden können. Persönliche Kontakte zu anderen Züchtern im In- und Ausland, z.B. durch Teilnahme an Ausstellungen, bieten einen ersten Eindruck der Hunde und eine Übersicht über den Werdegang der Rasse. Wer seine Deckrüden im Internet anpreist gibt auch gerne soviel Informationen wie möglich weiter. Also darf eine Ahnentafel genau so wenig fehlen wie Angaben über Haarart, Grösse, HD- und ED-Werte. Alle weiteren Untersuchungen sollten genau so wenig fehlen wie aber auch Ausstellungsergebnisse und allenfalls sportliche Leistungen. Wir bemühen uns auch um Deckrüden, die nicht schon alle Zwinger beglückt haben. So entstehen Linien, die in der Folge nicht durch einen hohen Inzuchtkoeffizient auffallen. Wenn uns ein Rüde besonders anspricht versuchen wir mit den Besitzern einen Termin zu finden, um den Hund persönlich kennenzulernen. Das Wesen des Tieres zeigt sich nicht im Internet, und auch Bilder sind leicht zu überarbeiten. Nur der persönliche Kontakt zu Tier und Halter geben endgültige Informationen.

Zum Thema  Leistungszucht und Championate

Für unsere Rasse steht bei der Verpaarung die „Leistung“ nicht im Vordergrund. Sicher ist es schön, wenn ein BBS sportliche Erfolge vorweisen kann. Allerdings kommt kein Welpe mit dem Leistungsheft im Maul zur Welt. Da müssen die Besitzer schon selbst daran arbeiten. Ob ein Hund nun als Schutzhund eine Granate ist oder nicht – es gibt erwiesenermaßen viele andere tolle Arbeiten, die dem BBS ebenso gerecht werden: Blindenführhunde, Therapiehunde, Such-und Rettungshunde – das sind auch hoch anzurechnende Leistungen und entsprechen dem Wesen des BBS mehr als IPO und Schutzdienst.

Ebenso kann uns eine ellenlange Liste von Championatstiteln nicht mehr sehr beeindrucken.  Wir wollen keine für Ausstellungstitel gebleichte Felle sehen, keine zurechtgeschnittenen und gepuderten Hunde und was den Hunden sonst noch alles angetan wird. Wir gehen selbst auch gerne an Ausstellungen, aber immer nach dem vom „BVWS“ kreierten Motto: „Von Natur aus schön“. Unsere Hunde werden vor einer Ausstellung auch gewaschen, sie sind aber auch sonst gepflegt. Aber mehr machen wir nicht. Wenn also unsere Hunde auf vorderen Plätzen stehen, dann deshalb, weil sie dem Rassenstandart  in allen Teilen entsprechen.

Gesundheit und Wesen

Ist eine Auswahl getroffen, so bemühen wir uns, dass die Deckrüden mindestens die vorgeschriebenen Untersuchungen vorweisen können. Das deshalb weil uns die Gesundheit der Rasse sehr am Herzen liegt.

Der Deckakt

Wenn es dann soweit ist, und bei der Hündin beginnt die Läufigkeit, so gilt es sich genügend Zeit für den Deckakt einzuplanen. Wir nehmen uns eine Woche Zeit, denn gerade bei einer weiten Anreise zum Rüden ist es uns wichtig, dass die Hündin genügend Zeit und Ruhe hat diesen Akt, der über die nächsten Wochen entscheidet, stressfrei zu erleben. Gerade wenn einer oder gar beide Deckpartner keine Erfahrung haben ist es besonders wichtig, dass sich das Paar kennenlernen kann, denn bei allem angeborenen Instinkt entscheidet nicht zuletzt auch die Sympathie. In der Regel wird der erfolgreiche Deckakt nach einem Tag Pause wiederholt. So erzielt man die grösstmögliche Sicherheit, dass die Hündin aufgenommen hat, also schwanger ist.

Erkennt man die Schwangerschaft ?

Wir haben stets festgestellt ob die Hündin schwanger ist, und zwar an folgenden Merkmalen: Erstens ist die Läufigkeit praktisch sofort zu Ende, und zweitens wurden die Hündinnen immer noch anhänglicher und «verschmuster» als sie ohnehin schon sind.

Geburt und Aufzucht

Die Geburt

Im Idealfall kommen die Welpen am 63. Tag nach dem Deckakt zur Welt. Auch hier, und diese Zeit ist nach dem Decken berechenbar, ist genügend Zeit einzuplanen um die Geburt und das Heranwachsen der Welpen mit der Mutterhündin zusammen zu erleben und zu beobachten. Es folgen 9-10 intensive Wochen.

Die Welpenprägung

Sobald die Welpen Augen und Ohren geöffnet haben, das beginnt ungefähr am 12. Lebenstag der Welpen, beginnt der wahre Schritt ins Leben – und das wortwörtlich.
In der Welpenanlage beginnen die ersten Erfahrungen zum künftigen Hundeleben: Die Begegnung mit dem Unbekannten ist an jedem Tag ein neuer Lernprozess. Sei es die Begegnung mit anderen Hunden in unserem Rudel, die Besuche der zukünftigen Welpenbesitzer, der Schulkinder, die an unserem Haus vorbeiziehen, aber auch den alltäglichen Umwelteinflüssen – vom Staubsauger über die Autohupe bis zum Sommergewitter. Das sind nur einge Beispiele. Es sind die Dinge, die für uns selbstverständlich sind, welche der Welpe erst kennenlernen muss.
Deshalb ist es für uns auch wichtig, dass die Welpen, sobald sie die Erstimpfung erfolgt ist, die Welpenspielstunde besuchen, denn auch die Begegnung mit Welpen anderer Rassen ist für die Sozialisierung enorm wichtig!
Kurz vor der Welpenabgabe machen wir auch eine Spazierfahrt mit dem Auto in eine Stadt planen wir ein. Ein Spaziergang im Verkehr, ein Besuch am Bahnhof. Begegnungen aller Art it fremden Personen und Hunden. Auf der Heimfahrt können die Welpen dann wieder etwas Ruhe tanken. Im Anschluss machen wir dann einen Besuch im Altersheim, wo die Babys mit alten und gebrechlichen Menschen erfahren.

Fazit:
Nur wer einiges an Zeit und Geld investiert um gesunde, wesensfeste und nach Möglichkeit auch noch schöne Hunde an die neuen Besitzer abgeben zu können, und auch nach der Welpenabgabe stets für alle Fragen zur Verfügung steht erfüllt nach unserer Meinung die Anforderungen um sich «Züchter» nennen zu dürfen. Sonst sind es Produzenten die nicht nur die Kunden über den Tisch ziehen, sondern auch den Tieren nichts Gutes antun!